Fledermäuse und Straßen

Die Zerschneidung von Lebensräumen ist einer der Gründe dafür, dass viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Straßen und Bahntrassen können auch für Fledermäuse Barrieren z.B. zwischen ihren Quartieren und Jagdhabitaten darstellen. Die Barrierewirkung kann dadurch entstehen, dass Fledermäuse beim Versuch Straßen zu überqueren durch Kollisionen mit Fahrzeugen verunglücken; zum Teil wird die Querung von Verkehrstrassen jedoch auch völlig gemieden oder es werden große Umwege zur Erreichung der Lebensräume jenseits der Trasse in Kauf genommen.

Diese Beeinträchtigungen könnten beispielsweise durch den Bau von Querungshilfen als Verminderungs- oder Vermeidungsmaßnahme vermindert werden. Um Querungshilfen für Fledermäuse an geplanten Verkehrstrassen optimal planen zu können, muss die Raumnutzung der im Gebiet vorkommenden Fledermausarten genau bekannt und daher ggf. detailliert untersucht werden. Zur Identifizierung der wichtigsten Querungspunkte sind Telemetrie und auch die Entwicklung von Habitat- und Flugwegemodellen zielführende Instrumente, die wir regelmäßig und erfolgreich in verschiedenen Projekten einsetzen.

Autobahnen können durch Querungshilfen überbrückt

werden, wie z.B. die BAB 5 bei Offenburg

 

An den wichtigsten Querungspunkten kann der Bau bzw. die Optimierung von Querungshilfen, z.B. Durchlässe oder geeignete Brückenbauwerke (z.B. begrünte Wirtschaftswegüberführungen bis hin zu Grünbrücken) die Barrierewirkung der Trasse deutlich reduzieren. Durch räumlich und strukturell auf die vorkommenden Arten abgestimmte Pflanzungen können Fledermäuse direkt zur Querungshilfe geleitet werden und dort die Trasse gefahrlos kreuzen.

Mit den Auswirkungen von Verkehrstrassen auf Fledermauspopulationen beschäftigen wir uns seit über 15 Jahren. 2003 gründete Robert Brinkmann die AG Querungshilfen mit dem Ziel, den aktuellen Kenntnisstand zum Thema zusammenzufassen und als Positionspapier zu veröffentlichen. Unsere Erfahrungen flossen auch in den Sächsischen Leitfaden „Planung und Gestaltung von Querungshilfen für Fledermäuse in Sachsen, ein Leitfaden für Straßenbauvorhaben im Freistaat Sachsen" mit ein. In aktuellen Monitoring- und Planungsprojekten zum Thema gewinnen wir laufend neue Erkenntnisse, wie Querungshilfen so zu gestalten sind, dass sie von Fledermäusen tatsächlich auch als solche angenommen werden.

Weitere Veröffentlichungen zum Thema finden Sie hier.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Aktuelle Veröffentlichungen

Im Januar 2017 wurde der Forschungs-bericht zum F+E-Vorhaben "Fledermäuse und Windkraft im Wald" veröffentlicht. Das BfN hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben.

Hier geht es zu den Artsteckbriefen als Anhang zu Kapitel 1.

 

Im Sommer 2015 erschien unser Buch zur Ökologie gefährdeter Fledermausarten in Baden-Württemberg.

 

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